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520 Tage auf dem Mars … fast jedenfalls

Ein Artikel, zu dem ich schon lange meinen Senf geben wollte. Bisher ist nur immer irgendetwas dazwischen gekommen. Womit ich auch schon am Ende der Einleitung wäre, die nichts mit dem Artikel zu tun hat. Ist ja fast wie SPAM.

Hat jemand von euch demnächst  520 Tage lang nichts vor und steht auf das Eingesperrtsein? Nee … nicht alleine, sind noch fünf andere Verzweifelte Mutige dabei. Und das ganze wird auch super bezahlt: ganze 3600€ brutto den Monat. Ihr dürft sogar Urlaub in Metalltanks vor Moskau machen … nur raus gehen ist nicht wirklich drin.

Für wen sich das nach einem Traumjob anhört, der darf sich bis zum 30.Sept. bei der ESA bewerben. Die Damen und Herren suchen Leute für eine simulierte Reise zum Mars. Dauer: 520 Tage. Anforderungen gibt es allerdings auch:

Die Ausschreibung hat es in sich: Die Bewerber sollen zwischen 25 und 50 Jahre alt, körperlich fit und hoch motiviert sein. Sie müssen über Ausbildung und Berufserfahrung in Medizin, Biologie, Maschinenbau, Computer- oder Elektrotechnik verfügen oder aber Experten für Lebenserhaltungssysteme sein. Ferner müssen sie Englisch oder Russisch fließend sprechen und freiwillig an medizinischen und psychologischen Untersuchungen teilnehmen.

Hm … wenn ich das mit den medizinischen und psychologischen Versuchen lese und gleichzeitig einen Blick auf den Grundriss der „Raumstation“ werfe, frage ich mich was die da vorhaben. Die medizinische Station ist genau so groß wie der Wohnraum für 6 Personen! Sind Menschenversuche nicht verboten? 😉

Mal im Ernst: wer mit den geforderten Qualifikationen bewirbt sich da, um sich 520 Tage lang in einer 200m² großen „Raumstation“ für 3600€ brutto monatlich einsperren zu lassen und ein bißchen Astronaut zu spielen? Der Wohnraum des Einzelnen ist laut Grundriss 3m² groß und die Chancen für die Probanden irgendwann einmal wirklich Richtung Mars zu fliegen ist eher gering. Aber anscheinend sieht die ESA das genau so … gesucht sind Idealisten:

„Nur für das Geld macht das sicherlich niemand“, sagte ein Esa-Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. „Dieser Aufruf richtet sich an Leute, die am Thema Raumfahrt und Forschung im All interessiert sind.“

Wünsche der ESA trotzdem viel Erfolg … auch wenn sie auf mich wohl eher verzichten müssen. 😉

[tags]Reise, Wissenschaft[/tags]

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Kommentar

  1. Naja, da gibt es zumindest die theoretische Möglichkeit auszuscheiden, wenns einem zu viel wird.

    Da wird – finde ich – erst mal deutlich wie hart so ein Trip zum Mars wirklich wäre. Denn dort gibt es eben kein Entkommen. Da könnten sich tiefste menschliche Verwerfungen (oder wie man das nennt) auftun. Ich hatte irgendwann mal gelesen, dass man befürchtet, dass das bis hin zu Mord und Totschlag gehen könnte *grusel*

  2. Sehe ich genau so. Du verbringst mehr als 1,5 Jahre zusammen auf engstem Raum. Da reicht es ja schon, wenn du mit einer der Personen so gar nicht klar kommst. Wirklich aus dem Weg gehen, kannst du dir ja nicht.

    Na gut, vielleicht könntest du dich hinter dem Raumschiff im Astronautenanzug hinterherziehen lassen … aber auf die Dauer ist das auch keine Lösung.

    Für mich wäre das auf keinen Fall etwas … auch schon nicht die ESA Simulation, wo du theoretisch noch aussteigen kannst.

    Grüße
    Dennis

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