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Veröffentlicht von Dennis Kallerhoff

Piraterie vor Somalia in Formeln erklärt …


Piraterie vor Somalia hat sich inzwischen zu einem ertragreichen Business entwickelt. Ein Business das sich mit Zahlen und Formeln erfassen lässt?! Das behauptet das Wired-Magazin in seiner aktuellen Ausgabe und rechnet vor:

1) (RANK-AND-FILE-WAGE) = (AVERAGE PER-CAPITA SOMALI INCOME x 17)

2) (ADDITIONAL CPST of TRASIT AROUND THE CAPE of GOOD HOPE + RISK OF BAD WATER) > (COST of INSURANCE + COST of SUEZ PASSAGE + RISK OF ATTACK)

3a) (PROFIT) = (TOTAL PREMIUMS – TOTAL LIABILITIES)

3b) (LIKELIDOOD of PAYOUT) = (NUMER of SUCCESSFUL HIJACKINGS / NUMER of SHOP PASSSING THROUGH THE REGION)

Piraten zu 1) Ein einfacher Somali verdient 600$ im Jahr. Bei einer erfolgreichen Entführung kann er mind. das 17-fache machen – 10.000$. Und das Risiko für Leib und Leben ist geringer als bei einem normalen Leben in Mogadishu.

Reeder zu 2) Aus Sicht der Reeder: Es kostet 12 Stunden und einige 100.000$ um die Route Europa – Asien durch den Suez-Kanal und entlang der somalischen Küste zurückzulegen. Die Alternative: eine Umrundung des Kap der Guten Hoffung kosten mehr als 1.000.000$. Dazu kommt das unberechenbare Wetter am Kap der Guten Hoffnung. Es ist einfach günstiger durch die piratenverseuchten Gewässer vor Somalia zu fahren.

Versicherer zu 3) Aus Sicht der Versicherer: Für die Versicherungen ist Piraterie ein Lotteriespiel. Sie versichern Schiffe gegen Entführungen und zahlen im Fall der Fälle das Lösegeld. Hierfür müssen hohe Rücklagen gebildet werden. Aber: diese Rücklagen lassen sich die Versicherungen von den Reederein mit hohen Prämien bezahlen und machen im Ergebnis ein deutliches Plus. Außerdem: die Chance, das ein Boot wirklich gekiddnapt wird ist minimal. 0,5% der vorbeifahrenden Schiffe wurden in 2008 von Piraten angegriffen, 0,2% waren davon erfolgreich.

Ich weiß: das Ganze ist stark vereinfacht, aber die drei genannten einfachen Formeln zeigen auf, warum es die Piraterie gibt und warum es sie in absehbarer Zukunft noch weiter geben wird. Und im Moment kann mE niemand dagegen etwas unternehemen – auch nicht die nationalen Seestreitkräfte.


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