Ein Rückblick hat bei mir Tradition und soll für das vergangene Jahr nicht fehlen. 2016 endete mit einem positiven Ausblick, v.a. durch meine Freundin Katharina und die Kurzausflüge nach München & Istanbul:

Auch wenn 2016 gut endete und meine Vorhersage passend war: 2017 kann gerne weniger wechselhaft werden.

Um das vorwegzunehmen: 2017 war weniger wechselhaft, ohne dabei langweilig zu sein. Ein gutes Jahr. Ich beziehe den Rückblick auf drei Bereiche: persönliche Entwicklung, Beziehungen zu anderen Personen und meine Arbeit.

Persönliche Entwicklung

Am 29. Dezember 2016 flüchteten Katha & ich vor dem kalten Istanbuler Regen in das kleines Café „The Swedish Coffee Point“. Durchnässt sprachen wir bei einem Cappuccino über Vorsätze für das neue Jahr. Eine fette, schwarze Katze kuschelte sich währenddessen an mein Bein. Drei persönliche Vorsätze hatte ich für 2017: (a) gesund fünf Kilo zunehmen, (b) mindestens sechs Bücher lesen und (c) mehr reisen, in die Sonne, in europäische Städte, egal wohin.

Nope, fünf Kilo zugenommen habe ich nicht. Zumindest hat sich das zusätzliche Körpergewicht nicht an den vorgesehenen Stellen angelagert.

Aber: den Rest habe ich geschafft!

Ich habe wieder Spaß am Lesen gefunden und neun Bücher beendet. Überraschend, wie viele Seiten ich schaffe, wenn man kleine Pausen während des Tages, Fahrten zur Arbeit, die Zeit vorm Schlafengehen zum Lesen nutzt. Verschlungen habe ich die Biografien von „Trevor Noah – Born a Crime“ und „Ashlee Vance – Elon Musk: Tesla, PayPal und SpaceX“ sowie meinen persönlichen Favoriten „Takis Würger – Der Club„.

Neben drei längeren Urlauben standen verschiedene Wochenendtrips auf dem Programm: nach London, Frankfurt, Rügen, München und Paris. Daneben viele Kurzbesuche zu Geburtstagen, Hochzeiten oder Familienfeiern. Die Städtetrips möchte ich im nächsten Jahr reduzieren. In zwei Tage eine Stadt erkunden bei einem halben Tag Anreise ist keine Entspannung. Und genau darum geht es doch im Urlaub. Von den längeren Urlauben – Skifahren mit der Familie im März, die französische Südküste im April und Österreich im Juni – nehme ich gerne mehr. Nur besser verteilt, wenn ich die Urlaubsplanung 2017 niedergeschrieben sehe.

Besonders schön ist mir der Urlaub im beschaulichen Biot an der Côte d’Azur in Erinnerung geblieben. Das Örtchen zwischen Nizza und Cannes besticht durch den historischen Stadtkern, enge Gassen, süße Restaurants und vor allem Ruhe. In einem kleinen Apartment einer Bekannten verbrachten Katharina und ich zwei Wochen. Auf unser sonnigen Eckterrasse mit Blick auf die bewaldeten Hänge der Region begrüßten wir morgens die Sonne beim Frühstück mit Baguette und verabschiedeten die Sonne abends bei Wein. Die Zeit nutzen wir für Ausflüge nach Nizza, Monaco, Cannes sowie in die Berge im Landesinneren. Was ich von Monaco halten soll weiß ich heute noch nicht: ich bin fasziniert vom Kontrast zwischen dem historischen Palast und der modernen Neustadt. Die Stadt fühlt sich dennoch „fake“ an. So sauber, so leer, so wenig Leben auf den Bürgersteigen abseits der Touristenpfade.

Beziehungen zu anderen Personen

Im besagten Istanbul „Swedish Coffee Point“ nahm ich mir vor, mehr und aktiver mit Freunden & Familie in Verbindung zu bleiben. Im Alltag zwischen Arbeit und Freizeit, ist es allzu einfach die Kontakte zu Freunden aus der Schulzeit, der Studienzeit und alte Arbeitskollegen zu vernachlässigen. Und dabei reden ich nur von Personen, mit denen ich gerne kommuniziere.

Zwei Werkzeuge halfen mir beim Erreichen des Ziels: ein CRM und WhatsApp-Sprachnachrichten. WhatsApp ist eine schöne Möglichkeit mit wenig Aufwand einem Freund zu fragen, was aktuell im Leben los ist. Das CRM dient als regelmäßiger Reminder, mich zu melden. Eine Empfehlung für alle kontaktfaulen Personen wie mich – und ihr braucht noch nicht mal zum Telefon zu greifen.

Der wichtigsten Beziehung – der zu Katharina – kann ich seit August 2017 mehr Zeit widmen: wir sind zusammengezogen. Wir bezogen eine Wohnung in der Nähe Uhlandstraße, mit kleinem Balkon und Minigarten. Die Wohnung ist wirklich gemütlich geworden, ja sogar mit Blumen im Wohnzimmer. Zur Gemütlichkeit tragen auch sage und schreibe 20 (!) Lampen in der Wohnung bei, die ich in kleiner Fizzel-Arbeit mit einem Schlagbohrer in die Decke rammen durfte.

Arbeit

Bei der Arbeit hat sich am wenigsten getan. Ich arbeite noch bei shopping24 und berate über eTribes Unternehmen bei den Herausforderungen zur Digitalisierung. Dealzeit musste sich hinten anstellen.

Bei shopping24 sind wir im letzten Jahr gut vorangekommen, v.a. bei der Frage, wie eine digitale Organisation aufgestellt werden muss, um schnell Produkte entwickeln und an den Markt bringen zu können. Verarbeitet habe ich die Erfahrungen diesem Post.

Mein persönliches Highlight war die Teilnahme am Top Executive Development-Programm der Otto Group, welches nicht zufällig zum Abschluss einen 5 minütigen Vortrag im TED-Stil für 500 Personen beinhaltete. Niemals zuvor hat mich die Vorbereitung eines Vortrags so viel Arbeit gekostet. 3 Vorträge á 45 Minuten waren weniger Arbeit, als die 5 Minuten des Vortrags „Wege im Schnee – Organisationen als Desire Path“. Der Vortrag sollte inspirieren, provokant, neu, interessant sein und im Gedächtnis bleiben. Ob das so ist, davon könnt ihr Euch hier eine eigene Meinung bilden.

Ausblick

Für 2018 habe ich mir nicht viel vorgenommen. Vielmehr möchte ich die begonnen Vorsätze aus 2017 fortführen – außer das zunehmen, das habe ich aufgegeben. Neu hinzukommen tun nur: Meditieren (versuchen) und eine neue, individuelle Sportart anfangen. 2018, du kannst gerne so gut werden wie 2017.